Ich sitze hier und mache mir Gedanken um die Zukunft. Weitläufig dieser Begriff. Er beinhaltet alles, was noch kommen wird. Mit Zukunft wird oft all das beschrieben, was noch eintreten wird und eigentlich keiner weiss wie, wann und/oder warum es eintreten wird.
Viele Menschen sehen in Deutschland der Zukunft düster entgegen: Steigende Inflation, schlechtere Arbeit, weniger soziale Absicherung etc. Die Perspektiven der Menschen scheinen schlecht zu sein. Für junge Menschen mit Hauptschulabschluss gibt es auch keine gute Zukunftsperspektive.
Sie finden immer schlechter eine Arbeit bzw. einen angemessenen Lehrberuf. Bei der Berufsgruppe Student ist es die ständige Angst doch als Taxifahrer oder in einem niedrig bezahlten Praktikumsmarathon zu enden.
Dieser Generation Praktikum gehören meine Kommilitonen und ich auch an. Selbst der Beruf des Lehrers für Gymnasien und Realschulen (großer Run auf das Studium Lehramt für Gymnasien in Trier) erlebt derzeit eine große Delle was die Neueinstellungen anbetrifft. Zu Wahlkampfzeiten werden auf die großen Plakate Slogans wie: “Statt Lehrerabbau, schaffen wir 200 neue Stellen”. Wieviel Stellen letztlich geschaffen werden bleibt dem Wähler meist verborgen – nach der Wahl. Viele dieser Staatsexamenskandidaten werden später in befristeten Arbeitsverhältnissen arbeiten. – Wenn es gut läuft als Vollzeitkraft, wenn weniger gut als 3/4 Stelle oder gar nur als Halbzeitkraft. Im Bereich der Kinderbetreuung, Kindergärten und Horte sehen wir bereits das, was auf die Lehrerschaft in Zukunft zukommen wird. In diesen voran genannten Bereichen sind über zwei-drittel der Stellen auf Zeit befristet. Meist werden neue, junge Menschen nur für eine Schwangerschaftsvertretung eingestellt und müssen meist nach einem Jahr den Kindergarten und ihre Arbeitsstätte verlassen. Der Beruf des Lehrers wurde früher hoch angesehen und war meist mit einer Beamtenstelle verbunden. Diese Zeiten sind leider vorüber. Selbst im Saarland wo viele Lehrer benötigt werden, weil gerade eine Pensionierungswelle ansteht, werden nur noch 17 Beamtenstellen für Lehrer geschaffen. Die Stellenzahl wurde nochmals gegenüber dem Vorjahr reduziert.
Ob wir einen Trend wie bei den Erzieher/innen zu verzeichnen haben und Lehrer auf kurz oder lang nur noch befristet eingestellt werden wird die Zukunft zeigen. Vorhersagen kann sie keiner. Deshalb müssen wir uns den unsicheren Zeiten stellen und weiter kämpfen, wie dass auch zig Generationen vor uns getan haben.


Das ist auch so eine Sache, die ich dreist finde.
Jeder schreit danach, dass es zu wenig Lehrer gibt.
Und doch gibt es viele, die Lehrer werden wollen, die studiert haben, die dann aber keinen Platz finden, weil keiner angeboten wird.
Wieso wird dann nicht das Problem behoben, in dem man einfach mehr Plätze anbietet?
Wieso fließt nicht mehr Geld in die Schulen –
sollte man doch denken, dass die aktuelle Jugend in der Zukunft das Sagen haben wird und nach Bildung schreit. Aber keiner hört sie.
Es ist doch auch nicht so, dass generell keiner Lust auf Schule hat, dass Lehrer blöde sind.
Es ist Fakt, dass es an den meisten Schulen zu wenig Lehrstellen gibt, die Angeboten werden.
Es ist Fakt, dass deshalb viel Unterricht ausfällt.
Es ist Fakt, dass dadurch einige Schüler ein Fach in der Schullaufbahn nicht so lange haben werden wie andere (bei uns waren es mal Musik/Kunst, entweder eines, aber nicht beides pro Jahr).
Es ist Fakt, dass es an den meisten Schulen zu wenige AGs gibt, wo sich die Schüler beteiligen können.
Es ist Fakt, dass es kaum Zusammenhalt der Schüler einer Schule als ‘Gemeinschaft’ als ‘Eine Schule’ gibt. Es sind kleine Gruppen von Klassen, wenn überhaupt.
Wo sind die schönen Schulfeste, die man im Ausland feiert? Wo ist das, was Abwechslung zum Alltag bietet?
Darüber sollte man sich auch mal Gedanken machen.
PS.: Ich sehe hier schon, dass du fleißig am Freischalten meiner Kommentare bist ^^
Von: makochou am 17. September 2008
um 18:24